Die Sprache ist der Schlüssel | Das Netzwerk in den Medien

Dr. Grit Lemke wirkt seit 20 Jahren beim FilmFestival Cottbus aktiv mit. Seit 2014 kuratiert sie die Filmreihe HEIMAT/DOMOWNJA/DOMIZNA und war 2015 Mitgründerin des deutsch-sorbischen Netzwerks Lausitzer Filmschaffender. Das folgende Interview ist im Magazin des Filmfestivals Cottbus 2018 erschienen.

 

2014 als neue Sektion beim FilmFestival Cottbus aus der Taufe gehoben, feiert HEIMAT/DOMOWNJA/DOMIZNA dieses Jahr das erste kleine, fünfjährige Jubiläum. Welche Beweggründe gab es, diese Reihe ins Festivalprogramm zu bringen?

 

Die Sektion ging aus den früheren Reihen „Location Lausitz“, die Karin Fritzsche sehr verdienstvoll kuratiert hatte, und HEIMAT/DOMOWNJA /DOMIZNA hervor.

Irgendwann war klar, dass die Lausitz nicht nur als gelegentlicher Drehort interessant ist, sondern dass es da Stoff für eine feste Sektion mit mehreren Facetten gibt.

Wobei es anfangs durchaus skeptische Stimmen gab, die befürchteten, nach ein, zwei Jahren würden uns die Filme ausgehen. Das Gegenteil ist mittlerweile bewiesen.

In meiner Rolle als Kuratorin der Reihe ist es meine Aufgabe, Inhalte zu finden, Filme zu recherchieren, zu sichten, auszuwählen, Texte zu schreiben und die Filme schließlich im Kino, meist mit Filmgesprächen, zu präsentieren.

Hinzu kommt die Vorbereitung und Moderation begleitender Veranstaltungen wie das Werkstattgespräch zur jährlich stattfindenden Hommage.

 

Welche Kriterien sind bei der Auswahl der Filme entscheidend und was erwartet die Festivalbesucher in diesem Jahr in der Filmreihe?

 

Bei der Auswahl folge ich ein paar inhaltlichen Eckpunkten.  So versuche ich jedes Jahr, eine Art Leitmotiv zu finden. Nach Industrie, Muttersprache und Tradition ist es dieses Jahr der Strukturwandel als roter Faden.

 

Da zeigen wir zum Beispiel einen Stummfilm zum Kohleabbau (von 1929!), SPRENGBAGGER 1010 von Carl-Ludwig Acház-Duisberg,

den Experimentalfilm PŚIRODA_PŚIRODA | NATUR_NATUR des österreichischen Künstlers Karl Vouk

und die Hommage passt auch zu diesem Thema.

In dieser werden immer Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die aus der Lausitz stammen oder hier tätig sind.

 

HOMMAGE

 

In diesem Jahr ist es der Österreicher Bernhard Sallmann, der die Veränderungen in unserer Region über die letzten Jahre filmisch begleitet hat.

 

 

 

Hinzu kommen die neuen Filme aus der Region,

2018 u .a . aus Hoyerswerda:

Filme aus der Region

Da freue ich mich ganz besonders auf WENN WIR ERST TANZEN von Dirk Lienig, Dirk Heth und Olaf Winkler.

Ein Film, der zeigt, wie sich Biographien in einer schrumpfen-den Stadt gestalten und durch Tanz verändern.

Es ist der erste abendfüllende Kinodokumentarfilm, der in der Lausitz produziert wurde und bei uns nun Weltpremiere feiern wird!

 

 

Filme in sorbischer Sprache

Ganz wichtig sind auch Beiträge in sorbischer Sprache – in diesem Jahr unter anderem ein Porträt über die spannende sorbische Schriftstellerin Mina Witkojc (UND AUF STEHT DIE WAHRHEIT; GAŽ WĚTŠYK DUJO …).

Gerade dieser Teil war und ist mit einigem Aufwand und auch Geduld verbunden, weil es zwar viele historische sorbische Filme gibt, sie aber nicht ohne Weiteres verfügbar sind.

Hinzu kommen Themen, die gerade virulent sind wie voriges Jahr das sorbische Filmerbe. Zudem richten wir den Blick auf ethnische Minderheiten in anderen Ländern und deren filmische Repräsentation.

In diesem Jahr haben wir die Regisseurin Andrina Mračnikar eingeladen, die mit DER KÄRNTNER SPRICHT DEUTSCH und ANDRI 1924–44 zwei sehr berührende Filme über die Kärntner Slowenen im Nationalsozialismus präsentieren wird und einen Workshop zum muttersprachlichen Zeitzeugenfilm anbietet.

[…]

 

 

 

Das Ende des Interviews können Sie auf den Seiten 62 und 63 (in der PDF Seite 31) des Filmfestival Magazins 2018:


nachlesen.