Sorben/Wenden im Nationalsozialismus und in der DDR

In gleich zwei Projekten des  Menschenrechtszentrums Cottbus e.V. haben sich Cottbuser Jugendliche in den letzten Monaten mit sorbischer/wendischer Geschichte beschäftigt, genauer mit der Situation der Sorben/Wenden während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der SED-Diktatur. Ihre Arbeitsergebnisse werden die Jugendlichen am 12. Juni um 18 Uhr in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus der Öffentlichkeit vorstellen.

Zunächst ist ein Kurzfilm über die Situation der Sorben in der NS-Zeit zu sehen, den Schülerinnen des Oberstufenzentrums im Rahmen eines deutsch-tschechischen Medien- und Geschichtsprojekts eigenständig erstellt haben. Sie beschäftigten sich unter anderem mit der Rolle des Dissener Pfarrers Gotthold Schwela und seinem Einsatz für den Erhalt der sorbischen/wendischen Kultur.

Um die schwierige Rolle der Sorben/Wenden in der DDR dreht sich die anschließende Multimediapräsentation von Schülerinnen und Schülern des Niedersorbischen Gymnasiums. Im Rahmen des außerschulischen Jugendgeschichtsprojekts „Zeitensprünge“ recherchierten sie zu diesem Thema und interviewten zahlreiche Zeitzeugen, die in der Präsentation ebenfalls zu Wort kommen. Im Mittelpunkt stehen die Rolle der Domowina als sorbische/wendische Interessenvertretung und sozialistisch instrumentalisierte Massenorganisation, aber auch die Zerstörung sorbischen/wendischen Lebensraumes durch die Kohleindustrie und die engmaschige Kontrolle durch die Staatssicherheit.

Im Anschluss an die ca. 60-minütige Projektvorstellung lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus zu einer Podiumsdiskussion mit den beiden Zeitzeugen Fryco Kšamar und Harald Końcak ein. Dabei besteht auch für das Publikum die Möglichkeit, mit den Zeitzeugen ins Gespräch über die angesprochenen Themen und über ihre Bedeutung für das heutige Zusammenleben in unserer Region zu kommen.

Die Veranstaltung bildet den Abschluss der beiden Projekte „Stories of Injustice“ und „Zeitensprünge – Minderheit unter Druck: Cottbuser Sorben in der DDR“ des Menschenrechtszentrum Cottbus. Das Jugendprogramm „Zeitensprünge“ ist ein Programm des Landesjugendring Brandenburg e.V. und wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert. „Stories of Injustice“ wurde in Kooperation mit der tschechischen Stiftung „People in Need“ durchgeführt und von der Stiftung „Erinnerung, Zukunft und Verantwortung“ gefördert.

Der Veranstaltungsraum im 2. Obergeschoss der Gedenkstätte ist barrierefrei zugänglich. Der Eintritt ist frei.

  Info

  • Dienstag, 12. Juni 2018, 18 Uhr – 18 Uhr
  • Thematischer Filmabend inklusive Podiumsdiskussion
  • Mit den Zeitzeugen Fryco Kšamar und Harald Końcak
  • von Jugendlichen des Niedersorbischen Gymnasiums und des Oberstufenzentrums Cottbus
  • Moderation: Journalistin Anne Holzschuh
  • Der Eintritt ist frei.
  • Veranstaltungsort
    Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
    Bautzener Straße 140
    03050 Cottbus
  • Homepage: menschenrechtszentrum-cottbus.de/